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      Allgemeines

Südafrika - das "schönste Ende der Welt" - liegt im äußersten Süden des afrikanischen Kontinents und umfaßt mehr als 1 Mio. km². Es grenzt an Namibia, Botswana, Simbabwe und Mosambik, im Inneren des Landes liegen die Königreiche Lesotho und Swaziland. In Südafrika leben 30 Mio. Schwarze verschiedener Kulturen, 5 Mio. Weiße, 4 Mio. Farbige und 1 Mio. Menschen indischer Herkunft - eine Regenbogennation.

 

    Kultur und Geschichte 

Vieles der Kultur und der Tradition des "schwarzen Volkes", der Nguni (Ndebele, Zulu, Xhosa) wurde während der Zeit der Voortrekker zerstört und unterdrückt, die Apartheid führte dieses Zerstörungswerk fort. Heute befindet man sich im Prozeß der Wiederentdeckung und die Künstler, die während der Apartheid im Untergrund arbeiten mußten, können wieder frei arbeiten. Trotzdem wird es dauern, bis der entstandene Schaden wieder gutgemacht werden kann.

Die Schwarzen lebten eher in verstreuten, unabhängigen Siedlungen in den traditionellen, kunstvollen Rundhütten und ihre kunsthandwerklichen Fähigkeiten zeigen sich in der phantasievollen Verarbeitung von Kleidung, Schmuck und Alltagsgegenständen. Diese Traditionen konnten über die Jahre der Apartheid zum Glück in den Homelands bis zu einem gewissen Grad beibehalten werden.

Die Musik wird bis heute unverändert durch dominante Rhythmen, Trommeln und Flöten bestimmt und der Jazz ist der einzige Bereich, in dem Weiße und Schwarze gleichberechtigt miteinander umgehen konnten. Bis heute ist dieser Musikstil sehr beliebt und orientiert sich an Vorbildern aus den USA.

Die "weiße" Kunstszene hingegen war eher phantasielos und wenig professionell, da die weißen Einwanderer eher praktisch veranlagte Menschen waren wie Landwirte, Handwerker oder Techniker. Aber auf dem Gebiet der Architektur schufen die holländischen Einwanderer schon kurz nach ihrer Ankunft 1652 den unverwechselbaren "Cape Dutch Style".

Dieser Stil wird gekennzeichnet durch strohgedeckte, strahlend weiß gekalkte Häuser in klaren Formen (Grundriss rechteckig, L-, T-, H oder U-förmig) und dem typischen Mittelgiebel in der Hauptfassade, der im Falle eines Brandes den Bewohnern ein gefahrloses Verlassen des Hauses garantieren sollte. Gute Beispiele dieser Architektur findet man auf dem Weingut Groot Constantia, in Stellenbosch, Paarl und Swellendam.

Der Einfluß der Briten macht sich in georgianischen und viktorianischen Stilelementen bemerkbar wie Säulen, schmiedeeiserne Gitter und weiße Holzbalkone. Auf dem Gebiet der Literatur ist Nadine Gordimer zu nennen (geb. 1923), die 1991 den Nobelpreis der Literatur für ihr Werk erhielt. Südafrika hat keine antiken Tempel, gotische Kathedralen oder mittelalterliche Burgen aufzuweisen - trotzdem war es schon in sehr frühen Zeiten bewohnt, wie die bekannten "Simbabwe Ruins" zeigen oder die 20.000 Jahre alten, beeindruckenden Felsmalereien der San.

           Gesellschaft 

Südafrika ist mit 40 Mio. Menschen der bevölkerungsreichste Staat des südlichen Afrika. Die mittlere Bevölkerungsdichte liegt bei 30 Einwohnern pro km². Dabei ist der eher trockene Westen dünner besiedelt als der Osten. Die großen Ballungsräume sind Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt, hier leben über 1/3 aller Einwohner.

Es gab und gibt eine starke Landflucht und so entstanden um die großen Städte sogenannte Townships, die ursprünglich als provisorische Unterkünfte für Billig- und Saisonarbeiter errichtet wurden. Das bekannteste Beispiel ist Soweto. Die Wohnbedingungen haben sich im Laufe der Zeit etwas gebessert, es gibt Elektrizität, Schulen und Gemeindezentren und die Townships wachsen auch heute noch.

30,6 Mio. Schwarze verschiedener Kulturen, 5 Mio. Weiße (englischsprachig und afrikaanssprachig), 3,4 Mio. Farbige, 1 Mio. Asiaten - Südafrika ist heute stolz darauf, eine Regenbogennation zu sein, nachdem 1990 endlich die "Klassifizierung nach Rassen" und damit einhergehend die unterschiedlichen Rechte des Einzelnen abgeschafft wurden.

Die größte Gruppe der Region bilden die Zulu (7 Mio.), die hauptsächlich in KwaZulu Natal leben, die Xhosa (6 Mio.) aus der ehemaligen Transkei und Ciskei.

Das kleinste Volk sind die Venda (500.000), die in der ehemaligen gleichnamigen Provinz leben.

In den Provinzen Nord- und Westkap leben viele Farbige, die meisten Südafrikaner indischer Herkunft leben in KwaZulu Natal. Die weißen Südafrikaner sind entweder britischer Abstammung (1,9 Mio.), Portugiesen, Deutsche und Holländer.

1994 wurden durch die ersten allgemeinen und freien Wahlen unter Staatspräsident Mandela 342 Jahre weißer Vorherrschaft abgeschafft und Südafrika befindet sich auf dem schwierigen Weg eines Vielvölkerstaates im Wandel.

              Flora
Südafrika läßt das Herz eines jeden Botanikers höher schlagen, denn hier sind 10% des gesamten Pflanzenreichtums der Erde (22.000 botanische Arten) und eines der sechs Florenreiche der Erde heimisch, die artenreiche Kapflora (Capensis) mit der typischen Fynbos-Vegetation, die aus Hartlaubgewächsen (Proteaceen) und über 600 verschiedenen Arten der Erica-Gattung besteht.

Nur auf dem Tafelberg in Kapstadt gibt es mehr Pflanzenarten als auf der gesamten britischen Insel. Im Norden und Nordwesten findet man den für die Vegetation typischen Affenbrotbaum (Baobab), im Osten regengrüne Gehölze, im Hochveld Grasfluren, in der Großen Karoo nur wenige, verteilte Büsche und bizarre Sukkulenten.

Besonders beeindruckend ist das Namaqualand, wenn sich nach dem Frühjahrsregen ein farbenprächtiges Blütenmeer von einjährigen Pflanzen entfaltet. Nur 1% der Gesamtfläche Südafrikas sind bewaldet, davon sind 2,6 Mio. ha natürlicher Wald und 1,2 Mio. ha angepflanzter Wald. Interessant ist auch der Regenwald bei George und Knysna.

Viele der uns bekannten Pflanzen stammen eigentlich aus Südafrika, so z.B. Astern, Geranien, Schwertlilien und Strelizien.
 

              Fauna
Südafrika ist nicht nur Heimat der drei größten Landsäugetiere der Welt afrikanischer Elefant, Breitmaulnashorn und Flußpferd, hier lebt auch das höchste (Giraffe), der schnellste (Gepard) und das kleinste (Zwergspitzmaus). Die Artenvielfalt ist groß, obwohl einige Arten seit Ankunft der Europäer ausgestorben sind. Das meiste Großwild lebt in den Nationalparks, in denen man auch die größte Chance hat Büffel, Löwen, Leoparden, Elefanten, Breit- und Spitznaulnashörner zu sehen. Alle Wildschutzgebiete Südafrikas liegen in der Savanne oder Halbsavanne.

Es gibt viele Antilopenarten wie Impala, Kudu oder Springbock, aber auch Strauße, Flamingos und Zebras. Die überwältigende Vielfalt der Tierwelt Südafrikas sollte man mit eigenen Augen sehen.

              Städte 

In Südafrika leben über 58% der gesamten Bevölkerung in Städten und der Trend der Landflucht hält weiter an. Seit 1986 die regulierenden Zuzugsbedingungen für Schwarze abgeschafft wurden, rechnet man mit einer allgemeinen Verstädterungsrate von 74%, alle auf der Suche nach Arbeit. In Südafrika gibt es viel Ballungszentren: Johannesburg/Pretoria, Kapstadt, Durban und Port Elizabeth.

Der Großraum Johannesburg / Pretoria, das bedeutendste städtische und wirtschaftliche Zentrum des Landes, Johannesburg, entstand aus einem Goldgräbercamp entlang des "Goldenen Bogen", den gold- und uranführenden Schichten der Bergkämme Witwatersrand. Heute ist Johannesburg eine moderne, hektische Großstadt mit Bürohochhäusern, Fußgängerzonen, Einkaufspassagen und einer hohen Kriminalitätsrate. In den Außenzonen befinden sich die Townships (am bekanntesten ist Soweto), die ursprünglich für Saisonarbeiter aus den Homelands gedacht waren.

Pretoria wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vom Voortrekker Wessel Pretorius gegründet, der einen Ort für ein Verwaltungszentrum suchte. Schon 1910 wurde Pretoria Sitz der Unionsregierung und damit neben Kapstadt (Sitz des Parlaments) und Bloemfontein (Sitz des Obersten Gerichts) eine Hauptstadt Südafrikas. Seit 1931 ist Pretoria Großstadt und neben Verwaltung und Industrie gibt es heute auch wissenschaftliche Einrichtungen wie z.B. die weltgrößte Fernuniversität UNISA.

Kapstadt wurde 1652 gegründet und hat durch eine günstige geographische Lage auch heute noch einen gut funktionierenden Seehafen, der z.B. das auch bei uns bekannte südafrikanische Obst verschifft. Gleichzeitig ist die Stadt ein wichtiges Handels-, Banken- und Versicherungszentrum, außerdem drittgrößter Industriestandort Südafrikas. Die Stadt verfügt über ein dichtes Netz von Schnellbahnen und Autobahnen. Die Kapstädter waren immer liberal eingestellt und die Stadt ist heute eine heitere und kosmopolitische Metropole mit der Lebenseinstellung der "Capetonians": die Sonne scheint, der Strand lockt ...
 

Auch hier finden sich Townships wie Khayelitsha (= Neue Heimat) in den Cape Flats. Der Zustrom an Xhosa aus der ehemaligen Transkei hält weiter an, es entstehen immer wieder Spontanansiedlungen, so genannte Squattercamps.

1824 erwarben englische Kaufleute die "Bay of Natal" von den Zulu und gründeten einen Handelsposten. Der Hafen entwickelte sich durch den Umschlag von Zuckerrohr, das in großem Stil in Natal angebaut wurde. Die Arbeiter waren hauptsächlich Inder, und deswegen hat Durban bis heute einen bedeutenden Anteil Inder in der Bevölkerung, dem auch die Apartheid nichts anhaben konnte. Seit dem 2. Weltkrieg gibt es auch verarbeitende Industrie sowie Banken, Versicherungen und Handelshäuser. Auf Grund des Klimas ist Durban "Urlaubshauptstadt" mit 2 Mio südafrikanischen Touristen im Jahr. die Strände sind durch 45km, im Wasser gespannte Hainetze gesichert.

1488 landete Bartholomeu Diaz in der Nähe des heutigen Port Elizabeth als erster und stellte ein Kreuz auf. Der kleine Vorposten vergrößerte sich erst 1820 durch 5000 britische Siedler und die Stadt entwickelte sich zu einem Handelszentrum. Heute bildet Port Elizabeth den Schwerpunkt der südafrikanischen Autoindustrie und wird auch das "Detroit Südafrikas" genannt. Port Elizabeth mit dem reichen Sportangebot ums Wasser zieht jedes Jahr zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland an.
 




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